Sinn und Sinne

Zufälle spielen – 7. Beruf? Berufung? Entscheidung

Die große Freiheit – wohin soll die Reise gehen?

Trotz Faible für Geschichte, Sozialwissenschaften und Philosophie möchte sie aber kein Laberfach studieren, zu lange dauern darf es auch nicht, ernst genommen möchte sie werden (da fällt Ökologie und Umweltschutz heutzutage noch aus) und sich in der „Männerwelt“ durchkämpfen zu müssen, findet sie ebenfalls nicht unbedingt toll (Brückenbauingenieurin). Warum nicht Chemie, Physik, Biologie mit Medizin und Sozialem verbinden, zudem mit der Aussicht, auch Teilzeit zu arbeiten, wenn es mit der Familie so weit ist? Vater staunt nicht schlecht, dass sie auf Pharmazie kommt.

Wartezeit und Spagat zwischen den Welten

Es hat gereicht und nach Ferienarbeit in der Qualitätskontrolle eines Elektrogeräteherstellers, der Produktion bei dem Schokokusshersteller im Nachbarort sowie einem siebenwöchigen Praktikum bei Mutters Cousin in der Arztpraxis nahe Fulda (mit Wohnen bei Mömi = Uroma) kommt die Benachrichtigung: Studienplatz Pharmazie in Düsseldorf. Die Welt wird größer, aber auch bedrohlicher.

 

Studienstart am Betoncampus in einem abgelegenen Stadtteil von Düsseldorf. Riesig und kalt. Studenten sind notwendiges Übel, Frauen erst recht. Ungewohnte Rückschläge, trau, schau, wem. Neid und Mißgunst. Fehlerhafte Literatur, schwer zu ergatternde Skripten. Das AIDS-Virus taucht auf und verunsichert eine ganze junge Generation. Privates Desaster: Monikas Mutter hat Krebs, wie Opa und Omi und Mömi zuvor. Sie weiß also, was das bedeutet.

 

Neben dem Studium hilft sie in Mutters Mini-Firma aus und erwägt ernstlich, das Studium abzubrechen und stattdessen eine Lehre als Industriekauffrau zu machen. Am Ende kämpft sie sich dann doch durch die Uni. Übrigens wurden auch damals schon die zu knappen Laborpraktikumsplätze per Los verteilt. 

Gegen den Wind 

Mit Jochen und Inge erarbeitet sie einen DC-Atlas für alle Arzneistoffe, die sich in den ausgegebenen Proben befinden können. Damit schaffen sie das Schlusspraktikum in 3 Wochen statt der geplanten 3 Monate. Prof. Möhrle findet das gar nicht lustig. Aber der bezeichnet bei der Abschlussveranstaltung die Studenten des Jahrgangs auch als „schlechtes Material“ und Frauen hätten nun mal im Leben andere Aufgaben. 

Zweimal muss MoniSophie seinen Perserteppich betreten und die Prüfungsfragen beantworten, dann ist es geschafft!

Zusammenfassung:

      • Die entscheidende Frage ist seltener “was”? Sondern: “was zuerst”?
      • Mit denen, die in Schubladen denken, gibt’s leicht Ärger.
      • Es gibt immer noch eine andere Lösung. Suche danach.
      • Studierte sind auch nicht per Abschluss etwas “Besseres”. Sie haben nur (wo) anders gelernt.
      • Lasst euch keinen Bären aufbinden, auch wenn er den Namen von Gemüse trägt oder,
           listig betrachtet, schon die Diskriminierung im Namen.

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