Sinn und Sinne

Glitzer – Februarsonnenschein

Nebenwirkungen

Heute bin ich ein wenig spät dran mit meinem Beitrag. Das liegt an verschiedenen Umständen und vor allem daran, dass ich gerade in so einem seltsamen Gefühl durch den Tag schwebe. Obwohl “schweben” wäre nur ein Aspekt. Das kann an der verordneten Cortisol-Flutung liegen. Der Beipackzettel verspricht neben vielem anderen auch Einwirkungen auf die psychische Verfassung. In die eine und in die andere Richtung. Jedenfalls bin ich seit dem Start dieses Versuchs besonders nachts ziemlich munter im Gedankenkarussell unterwegs. Und habe auch schon eine Überaktivitätsattacke meines Herzchens mit “Om” und Schonung und in der beruhigenden Gegenwart meines Liebsten unter Vermeidung jeglicher weiterer plötzlicher Anstrengung, wie etwa abruptes Aufstehen und die Treppe rauflaufen, überstanden. 

Endlich wieder Sonne

Inzwischen hat sich das aber wieder normalisiert. Das sonnige Wetter hat uns eingeladen zu einem Spaziergang an den sonnigen Hängen des Schwanbergs. Etwa eine Stunde sind wir unterwegs durch eine milde Luft, die sich viel wärmer anfühlt, als das Thermometer vermuten lässt. Immerhin war mein unter Linden geparktes Wägelchen gerade erst aus seinem Frostpanzer gekrochen. Die Rebstöcke sind schon fast alle geschnitten. Einige Hänge sind abgeräumt. Dort wird neu angepflanzt. Man stellt um auf Tropfbewässerung und dem zu erwartenden Klima angepasste Sorten. Langfristig, so heißt es, wird es hier dem Silvaner nicht mehr so gut bekommen. 

Farben für die Sinne

Da es in den letzten Wochen recht feucht war, ist das Moos üppig gewachsen. Dicke Polster an den Wegrändern und mitten auf ihnen immer wieder Stapel von abgebrochenen, kaputten, vertrockneten alten Rebstockknüppeln. Die Polster leuchten schon fast giftgrün, in verschiedenen Schattierungen und Texturen, die wir sehen, wenn wir uns ein wenig bücken. Von unten Richtung Wald und Plateau geschaut, entdecken wir schon eine Art “Grauschleier” über den Bäumen. Die Kronen scheinen sich nebelhaft zu verdichten. Ein erster Hinweis darauf, dass es wieder Frühling wird, demnächst. Das Licht ist hell aber unglaublich mild, die Felsschichten und Böden tragen pastellige Farben von Beige über alle möglichen Braun- und verschiedene Braunrottöne bis graugrünlich. Ich muss öfters stehenbleiben, um diesen Anblick auszukosten. Dieses Bild bietet sich immer nur kurze Zeit und wird in ein paar Tagen oder beim nächsten Wetterwechsel vorbei sein. Wir genießen einen weiten Blick, der dunstig vernebelt wirkt. Dadurch auch so wie weich gezeichnet.

Was mag da kommen?

Während des Spaziergangs und auch noch den Rest des Tage tauche ich ganz in diese ruhige Beobachtung und diese seltsame Ahnung, dass sich da gerade eine tiefgreifende Änderung anbahnt. Ich weiß nicht, woher dieses Gefühl kommt. Es erzeugt keine Angst. Nein, das nicht. Was angesichts der aktuellen Lage und Besorgnis erregenden Nachrichten aus der Menschenmachtwelt eher seltsam ist. 

Vielleicht ist das jedes Jahr so. Die Vorboten der Veränderung im Kreislauf der Umwelt, biologisch und sozial?

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