Sinn und Sinne

Glitzer – Kontraste

Kontraste

Frühling, zartes Grün, laue Temperaturen, Wachstum, Hoffnung, Farbe gehören zusammen. Also zum März/April in unseren Breitengraden. Normalerwiese kommt höchstens mal das Wetter mit einem Hoch oder Tief aus dem Norden und Osten zu uns.

Doch dieses Jahr ist es anders. Wir bekommen das absolute Kontrastprogramm geliefert. Eine Militäraktion Russlands im Nachbarland Ukraine. Und plötzlich ist sie wieder da. Die brisante Lage. Krieg gleich nebenan. Bomben. Vernichtungswille.
Eine neue Flüchtlingswelle. Weltmacht-Kräftemessen. Drohungen. Phosphorbomben und Atomangriffsdrohungen.
Strategiewechsel. Alles scheint sich in Frage zu stellen.
Säbelrasseln. Propaganda. Embargos. Einschränkungen.
Aufwachen aus dem Wohlstandsnickerchen.

Was läuft plötzlich so gründlich schief?

Verzweifelte Frage nach dem Sinn? Alles falsch gemacht? Nein, sicher nicht alles.
Aber zu gut geschlafen. Zu naiv agiert. Alles schien weit weg.
Tja. Nicht in einer so vernetzten und globalisierten Welt.
Nicht vorhersehbar? Erzählt mir bloß diesen Blödsinn nicht!

Es war einfacher so zu tun, als ob alles gut läuft.
Auf jeden Fall besser zu verkaufen.
Die Welt will das gar nicht hören.
Bis es direkt uns selber weh tut.
Und das gilt nicht nur, aber auch besonders für die Spannungsthemen.
Hier jetzt die großen politischen Systeme – immer noch nicht versöhnt, immer noch im Wettstreit.

Daran konnten auch der weltweite Handel und die genialen Kommunikations- und Verwaltungsmöglichkeiten des World Wide Web und anderer Technologien nichts nachhaltig etwas ändern. Ist vielleicht vergleichbar mit der Eisenbahn, dem Flugverkehr und so weiter, die als Segen eingeführt und am Ende aber auch für ganz andere Pläne genutzt werden konnten.

Pechregen

Und jetzt prasseln sie wieder auf uns nieder: Negative Schlagzeilen. Eine wilder als die andere. Pandemie ist schon langweilig geworden – dieses schon fast routinemäßige Auf und Ab der „Wellen“ – Wen holt das noch ein?
Alle Aufreger dazu haben wir schon mehrmals durchgeackert.

Rational erscheint da gar nichts mehr. Tiefe Gräben sind gezogen zwischen  „den einen“ und „den anderen“.
Die Klimafrage langweilt: „Da sollen doch erst mal die….blablabla“. Und „die Wirtschaft geht davon kaputt“. –
Ja, fragt sich nur, wann genau und aus welchem Grund.

Es ist alles so komplex, dass es fast nicht und jedenfalls nicht in Gänze zu verstehen ist. Selbst für die, die es gerne möchten.

Nicht zu ertragen

Tatsache ist, dass ich den ganzen Terror der Horrorszenarien und Sensationsnachrichten – nicht mehr ertrage.
Ja, ich schalte den Fernseher und das Radio gar nicht mehr ein. Nur ab und zu bleiben meine Augen auf den Schlagzeilen der Nachrichtenblogs hängen. Dann lese ich drei bis fünf der Artikel darunter.

Ich fühle mich wie von einem anderen Stern und ausgeschlossen. Als (hoch-) sensibles menschliches Wesen mit „anständiger“ Erziehung fühle ich mich fremd und gejagt in diesem Haifischbecken der brüllenden Aufmerksamkeitseinforderung.
Tut mir leid, das halte ich nicht aus.

Abschirmung

Ergebnis: Ich ziehe mich noch weiter zurück. Wie viele andere, die noch nicht abgestumpft sind.
Reine Notwehr, Überlebensstrategie. 

Folge: Der Wahnsinn verstärkt sich.

Aber: Gewalt und Lautstärke haben noch nie (oder selten?) etwas Gutes und Nachhaltiges erschaffen oder zu einer dauerhaften Lösung verholfen. Oder doch? Ich denke gerade an die Sache mit dem Gordischen Knoten.

Wäre wieder ein Thema der Gruppe: heiligt der Zweck die Mittel?

 

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