Sinn und Sinne

Glitzer – MoniSophie’s Welt – Karwoche 2022

Offiziell unbeschränkt

Obwohl die offiziellen Beschränkungen aufgrund der Pandemie nun fast komplett aufgehoben sind,
fühlt sich das für mich noch sehr wenig frühlingsfreudig normal an.
Der sonnige Sonntag mit dem Hofflohmarkt hat uns wenigstens eine Ahnung beschert,
von dem, was wir uns ersehnen.

Den freien Frühling feiern

In Würzburg gab es den ersten Rummel seit Jahren (Frühlingsfest).
Auch die Kitzinger Marketingleute haben ein Innenstadtfest organisiert.
Wir sind früh hin gepilgert.
Recht einsam krähte der Marktschreier auf dem nordischen Fischmarkt.
Wobei natürlich die Frage bleibt,
ob das in unserer Gegend überhaupt ein echter Publikumsmagnet sein kann.
Aber immerhin, es ist ein Angebot zur Unterhaltung.

 

Die Kulisse stimmt

Eine Veranstaltung im Freien, sogar mit freiem Zutritt und ganz wichtig: „Fressbuden“.
Und das in der wunderschönen Umgebung unseres Stadtbalkons,
dem dekorativen Überbleibsel der einstigen Landesgartenschau,
der unsere kleine Stadt wirklich nachhaltig „aufwertet“.

Nicht zuletzt dank der Veranstaltungen, die hier von engagierten Bürgern auf die Beine gestellt werden.
Und nicht zu vergessen, auch die Arbeit unserer Stadtgärtner,
die jahraus, jahrein noch einen Rest des Glanzes der einstigen Schau für uns wiederherstellen.

Kurzum: die Fassade wird geschaffen, aufgehübscht, es sieht normal aus. Könnte so schön sein.
Nee, ist genau gesehen, wirklich schön. Das kann ich auch genießen.

Und trotzdem ist es irgendwie fremd für mich.

Es fehlt etwas

Die unbeschwerte Freude. Die Energie, das eigentlich Lebendige.
Es fühlt sich an, wie ein Kinofilm, ein Mitmachtheater, aber irgendwie bemüht, nicht echt.
Es berührt mich nicht wie einst.
Ich schwinge nicht mehr so mit und es gibt mir keinen Schwung oder nur ganz kurz.

Wie eine weiche Schnecke stecke ich in meinem dicken Schneckenhaus,
in das ich mich zurückgezogen habe. Viel zu lange.
Nicht freiwillig, sondern um nicht zerdrückt zu werden.
Von schaurigen Nachrichten, immer wieder neuen Meldungen,
die sich mit Wucht über meine kleine bunte Welt entladen.
Die dabei alles, was mir Halt und Wert gegeben hat,
nach und nach wegspülen, wie den Strand von Sylt.

 

Was ist mir da verloren gegangen?

Ich habe meine Orientierung verloren, meinen festen Untergrund,
viele meiner Mitmenschen anscheinend ihren Anstand und
wir alle die Gemeinschaft.

Wie perfide, diese Desorientierung, diese Spaltung, diese Totalvernebelung.
Was gilt denn überhaupt noch, worauf soll ich meine Zukunft, meine Hoffnungen richten?

Noch eins oben drauf

Und dann vor ein paar Wochen 
(folgerichtig, nicht ganz unabhängig davon, jedenfalls in meiner Wahrnehmung)
die pure Gewalt oben drauf.

Schon wieder, immer noch, was weiß ich?

Wo nur noch Gewalt hilft, diese zu bremsen.
Plus neue Propagandaschlachten.

Ich halte mir nun auch noch Augen und Ohren zu.

Zertrampelt, die Zuversicht der „Gutmenschen“,
der Lebensfrohen, der Kreativen, der Privaten, der Produktiven und Geselligen.

Die Unsicherheit bekommt Besuch von der Erschöpfung.

Bei wem liegt Schuld – oder wer kann so etwas wie verhindern?

Nicht nur die Jungen bezahlen. Was schlimm genug wäre.
Ich schaue auf mein Leben zurück.
All der Einsatz gegen den (nicht nur Konsum-) Strom,
mit Zuversicht und Ideen und freiwilligem Verzicht,
um den Entwurf einer nachhaltig lebenswerten Welt umzusetzen.

Mich zum Clown gemacht mit den Warnungen und Bemühungen,
etwas besser zu nachzudenken, nicht mehr zu nehmen, als uns zusteht.

Für den Eimer. Nichts. Null.

Sogar die Kollektivschelte der nächsten Generation Welt- und Umweltretter mitten ins Gesicht.

Wozu hat der Mensch seine Intelligenz?

Das bleibt mir ein Rätsel.

Und ich habe ehrlich auch gerade Zweifel an der starken Kraft des „Guten“,
das für die geduldig Bemühten und ruhig im Hintergrund Agierenden die Belohnung bereithält.

Der Haken an der Sache ist: Gebe ich diesen Glauben auf: Was soll dann das Leben sein?
Eine Strafe, die es abzusitzen gilt? Nee, das isses nu wirklich nich… – Woher kommt diese Idee?

Gestaltungskraft

Und wo zapfe ich „frische“ Energie für meine erhoffte Realität?
Vertrauen. Worauf?
Meine Phantasie? Zumindest ist meine Phantasie mein Reich.
Mein eigenes. In dem ich bestimme, was ich hineinlasse, aussperre und
in dem ich mir Welten erschaffen kann.
Die entweder dunkel oder bunt sind oder auch mal so, mal so.

Meine Welt soll jedenfalls bunt sein, mit hier und da ordnenden Akzenten.
Platz haben für Mit-Menschen, Mit-Geschöpfe, und alles was, sie lebenswert macht.
Kontraste gehören dazu, sonst wäre es ja langweilig.
Nur die Gewichtung, die sollte für mich eindeutig auf bunt und leicht liegen.
Auch dafür brauche ich Energie.

Auszeit

Also Bildschirm aus. Dunkel. Schlafen, Träumen, Erinnern, Akku aufladen.
Knopf drücken, ausgeruhte Augen auf:

Die bunten Bilder wahrnehmen, verarbeiten, Leben daraus machen.
Möglichst nicht alleine. Leben alleine geht nicht lange gut.
Neue Verbindungen knüpfen. Energiefunken aus Reibung. Unwetter ziehen ab.

 

Ich spiele und lerne weiter

Weil es das Einzige ist, das für mich Sinn ergibt.

 

Entwarnung und Information

Für alle, die meine heutige Beschreibung vielleicht erschreckt:
Nein. Ich stecke nicht in einer Depression. Zumindest in keiner „echten“.
Aber der letzte Schub (Hashimoto),
wohl ausgelöst durch den Stress der Pandemielage, Boostern des Schutzes und Unsicherheiten und Gewaltberichten,
verdrückt sich gerade erst allmählich.
Und lässt einen vorübergehenden, zumindest relativen Mangel an Schilddrüsenhormonen zurück.
Das äußert sich unter anderem schon mal im Gefühl und Verhalten wie bei einer Unterfunktion der Schilddrüse.
Dazu können neben einer gewissen Antriebslosigkeit oder besser „Lahmheit“
zum Beispiel Muskel- und Nervenschmerzen gehören und vieles andere.
Auch wenn mir das sogar meine derzeit zu Rate gezogenen ÄrztInnen nicht glauben.

Hier gibt’s Infos

Das Schlechte an dieser Autoimmunerkrankung ist,
dass ihre Symptome von vielen für Hypochondrie („Einbildung der Krankheit“) gehalten werden und
dass sie am Ende die komplette Schilddrüse in unproduktives Bindegewebe vernarben wird.
Man fängt die Leistungseinbuße schulmedizinisch mit L-Thyroxin auf.
Leider bleibt es nicht bei einer begrenzten Schilddrüsenerkrankung.
Betroffene bekommen „Wehwehchen“ im ganzen System und
manche entwickeln weitere Autoimmunerkrankungen.

Das Gute: es bringt einen nicht sofort um und verläuft in Schüben.
Also es geht auf und ab. Und wenn man/frau sich informiert und in sich hineinhorcht,
finden sich meistens Wege, die Schübe zu verzögern oder schwächer werden zu lassen.
So richtig Bescheid weiß allerdings noch keine/r.

Im Internet gibt es einige Foren zum Thema.
Manche sind informativ, manche auch her spekulativ (mutmaßend).
Hier mal nur ein Beispiel von vielen zum Klicken.

Irgendwann fasse ich es vielleicht auch selber mal zusammen.
Aber da muss ich sehr genau aufpassen und recherchieren.
Sonst wird das sehr angreifbar und hilft dann keinem.

Wenn ich mal viel Schwung und Zeit habe…

Und das Allerbeste zum Schluss

Mein eher sonniges Gemüt ist angeboren und tief in mir drinnen. 
Wird nur manchmal zugemüllt.

Ostern naht. Auferstehungsfest.

Ein bisschen für uns alle, hoffe ich!

Bleibt gesund und lebendig!

Osterdeko mit Schleife

  • Ulrike Mätzschker

    Ja, die Leichtigkeit des Lebens ist dank der Corona-Krise fast verloren gegangen.
    Jetzt scheinen wir alle wieder “lernen” zu müssen, wie wir mit der wiedererlangten Freiheit umgehen müssen.

    Lernen mit Vorsicht…Es ist ja noch nicht ganz vorbei….Einige Menschen lassen die Gefahr immer weiter in unseren Hinterköpfen gären.
    Aber vor was haben wir so Angst? Meine Schwiegermutter, 87 Jahre alt bekam Corona….Person des höchsten Risikos…aber es war für sie nur wie eine leichte Grippe.
    Ich habe mir jetzt vorgenommen wieder offener zu sein, wo sinnvoll mich noch ein wenig zu schützen und ansonsten das Leben zu genießen….Und wenn, dann liege ich halt mal 2 Wochen flach.
    Das Leben hatte schon immer mit Gefahr zu tun. Wir haben uns aber daran gewöhnt, durch gute Medizin und meist auch guten finanziellen backround, nicht aus der Wohlfühlzone heraus zu müssen. No risk, no fun!….heisst es nicht so?

    Ja, und was natürlich noch drückt ist die Lage in der Ukraine. Nichts, was einen nach der Corona-Zeit aufbauen würde. Neue Ängste werden geschürt. Trotzdem sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken. Ändern können wir es nicht, aber wir können Gutes tun, helfen, wo wir helfen können und positive Punkte in das Leben anderer bringen, die gerade das Positive nicht sehen können/wollen.

    In diesem Sinne alle noch einen wunderschönen sonnigen Frühlingstag in Bayern!

    • MoniSophie

      Danke, liebe Ulli für diesen nachdenklichen Kommentar und deine Erfahrungen plus deine Lösung zum Umgang mit dieser speziellen Situation. Ja, Grübeln und Angst allein verhindert das Leben an sich. Also tief durchatmen, Lage prüfen und los! Auch wenn fast alles verrückt scheint, wir lassen uns nicht unterbuttern…

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