Sinn und Sinne

Glitzer – MoniSophie’s Welt – Ein Bild von mir – Teil 1

Spiegelung

An diesem sonnig-kühlen Samstag im Februar sitze ich vor meinem Laptop-Bildschirm.

      • Aufgeklappt. 
      • Schwarz.
      • Nicht eingeschaltet.

Das Kinn in die Hände gestützt, betrachte ich die Spiegelung.
Beschließe gleich mitzuschreiben, was ich sehe.
Schon klar, mich, besser: mein Spiegelbild. 

Es blickt mir freundlich interessiert entgegen.

Betrachtung

Keine Überraschung. Keine sensationelle Entdeckung.
Die Haare, dünner geworden, aber sanft kringelig, fallen um mein Gesicht, frei,
etwas verwachsen, freuen sie sich auf Elisabeth mit Schere. 

Der Hauptblickfang sind meine Augen.

Blau, mit leichtem Grünstich mit deutlichem Irisrand, 
schauen sie mich forschend und trotzdem ermutigend,
wohlwollend, von innen strahlend an.

Die Schlupflider stören den klaren, lebendigen Blick nicht,
erzählen aber zusammen mit den Augenfältchen von intensiven Lebenserfahrungen.
Sie wirken munter, – ja doch überwiegend -,
wenn auch die Blaufärbungen in den Innenwinkeln und auf den Tränensäckchen
auf Müdigkeit und / oder Eisenmangel hindeuten.

Warum betrachte ich dieses Bild?

Selbstverliebtheit, Selfie-Ersatz?
Eher weniger.

Ich habe Fragen.
Ich suche nach Hinweisen.

Mühsam und durch psychosomatische Signale getrieben, 
versuche ich mein Selbstbild zu erneuern. 

Es liegt so viel darin. 

Was ist wahr? 

Was sollte ich wahr-nehmen und mit Nachdruck ins Außen bringen?

Der Drang zum Unangepassten, autonom gegen den Strom – 
der ist angeboren, festgeschrieben in der Ahnengeschichte –
von der ich wegen tausend Tabus nicht viel weiß. Aber ahne.

Zur Anpassung an gesellschaftliche Anforderungen immer wieder neu gefordert, 
mit zu schwachen Nerven für offenen Ärger und Kampf,
habe ich eine Spannung zwischen Auftreten und Wissen und Emotionen in mir.

In mehreren anstrengenden und mühsamen Befreiungsversuchen
zu mehr Unabhängigkeit
bin ich im Lauf der Jahrzehnte langsam vorwärtsgekommen. 

Nicht ohne den Ballast „fremder“ – also nicht meiner –
Anforderungen, Erwartungen, Besetzungen, Begrenzungen und Ansprüche
in meinem Erfahrungsrucksack als Einflussgrößen weiter zu tragen.

Lebensziele

Lange war mein Hauptziel, alle möglichst glücklich zu machen
und so Frieden und Stressreduzierung zu erreichen,
aber auch immer wieder neu meine Seinsberechtigung zu begründen.


Nicht zuletzt vor mir selbst. 

“Selbstwirksam” werden

Nun also ich. 

Freigestrampelt, so weit, dass sich ungeahnte Entscheidungsmöglichkeiten bieten.
Fühlt sich nicht unbedingt gleich leichter an.

Neue Fragen. Von mir zu entscheiden. Von mir zu verantworten. Und nur von mir!

      • Wie soll ich arbeiten?
      • Was will ich bewirken?
      • Was ist wirklich nötig, was verzichtbar?
      • Wieviel Freude verspricht was?

Warum überfällt mich doch Angst, mit physischen Manifestationen, kaum erträglich?

Entscheidungen! – Auf welcher Grundlage?

Meine Entscheidungsschwäche kekst mich.
Es gibt so viele Außenimpulse.
Welche könnten es wert sein, dass ich ihnen folge?

Meine Intuition hilft mir dabei nicht so, wie ich es erhoffe.
Selten war ich mir bei Entscheidungen komplett sicher.

Was tut mir direkt gut, was nur über die Reaktion der Umwelt?
Was brauche ich gar nicht, weil es weder diese interessiert,
noch mir hilft, authentisch zu werden, mein nächstes Ziel anzusteuern?

Was ist reine Manipulation, absichtliche, zum Vorteil des Senders, für Fremdinteressen?
Und was ist zwar gut gemeint, dient aber bei aller Liebe nur der Festigung des Weltbildes des Senders? 

Wo gehöre ich hin?

In einem Satz:

Was ist mein freier, persönlicher Glückspfad – radikal ohne Berücksichtigung von Fremderwartungen?

Entwurf geschrieben am 8. Februar 2020, bearbeitet am 11. Februar 2022 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner