Sinn und Sinne

HSP – Glücksrausch

Was in eine Woche passt

Kaum zu glauben für mich. Heute ist schon wieder Freitag!  
Eigentlich spielt das keine große Rolle, solange ich projektfrei durchs Leben schwimme.
Und doch.

Es ist die zeitliche Differenz zum letzten Freitag, die aktuell eine Bedeutung für mich hat.
Ja, schon gut, ich bin noch sehr mit mir selbst und meinen Gedanken beschäftigt.
Das muss nicht jede verstehen. Trotzdem habe ich beschlossen, davon zu berichten.

Weil es zeigt, was bei hochsensibel veranlagten Personen passieren kann,
was sie außer Gefecht setzt, wenn andere überhaupt keinen Grund dafür sehen.

Super-Wochenende

Am letzten Freitag also startete mein Super-Traum-Event-Wochenende
mit der Eröffnung der PAM-Ausstellung im Rathaus.
Die Architektur in der Stadt Kitzingen im 19. Jahrhundert anhand meist noch erhaltener Gebäude.
Wow, das begeistert mich!

Nur in kleinen Mengen

 

Es ist noch ziemlich warm heute Abend, aber ganz gut erträglich.
Auf den angebotenen Wein verzichte ich trotzdem.
Ich weiß nicht wie mein „System“ darauf reagieren würde.

Obwohl wir uns entschließen,
direkt wieder die zwei Kilometer durch den lauen Sommer nach Hause zu gehen,
statt den Tag mit den anderen in einem Restaurant ausklingen zu lassen,
komme ich nicht so schnell zur Ruhe.

Im Kühlschrank liegt noch vom letzten Besuch eine Flasche Landbier.
Nein, die leere ich natürlich nicht ganz,
aber so eine westfälische Einheit (0,2 l), die gönne ich mir mal ausnahmsweise.
Hopfen soll ja beruhigend wirken und Minimengen Alkohol entspannend. Mhm.

Doch nicht ohne Folgen?

 

Geschlafen habe ich dann doch nur so mittelgut,
obwohl die Temperaturen bis auf 12 °C zurückgegangen sind.
Und wache mit tränenden Augen und geschwollenen Schleimhäuten auf.

Oh, nee! Bierallergie?
Zu hohe Ozonwerte?
Was soll das hier bitte?
Der Corona-Heimtest bleibt negativ.
Zumindest das!

Treffen in Bamberg geplant

Denn heute wollen wir uns endlich mal wieder treffen,
meine beiden Freundinnen aus der Bamberger Gegend und ich.
Wir haben uns wegen der Pandemie nicht mehr gemeinsam verabredet
und es ist so viel passiert inzwischen!

Der Samstag wird heiß, mir graut vor der Fahrt.
Nachdem ich meine kleine Kutsche von vertrockneten Lindenblüten in allerlei Ritzen
(wer designt eigentlich so etwas Unpraktisches?)
und vor allem rund um die Scheibenwischergelenkkuhlen befreit habe
(mit Staubsauger und Schaschlickstäbchen, was für eine Frickelei),
bleibt sie im kühleren Schatten unserer Einfahrt stehen.

Wisse die Wege

 

Das Navi wird eben noch (in knapp eineinhalb Stunden!) aktualisiert.
Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Doch! Doch!

Weder G…-Maps, noch meine Navipläne erzählen mir
von der Sperrung zwischen Schwarzach und Neuses,
was mir gleich mal eine Umleitung an Volkach vorbei beschert.

In Bamberg erwartet mich die nächste Baustelle am Berliner Ring
und ich fahre prompt eine Ausfahrt zu früh raus.
Jetzt brauche ich das Navi doch noch.

Ausgerechnet in der Minute, in der ich am Straßenrand halte,
um das Gerät zu aktivieren – das dauert…- 
biegt der wohl einzige Linienbus der Stunde um die Ecke und
muss einen großen Bogen um mich fahren, nur um gleich darauf
von einem entgegenkommenden Camper
(war das hier eine Einbahnstraße?) blockiert zu werden.
Der holpert auf den Grünstreifen und der Busfahrer hat anscheinend jetzt Gesprächsbedarf.
Es bleibt aber ruhig, wir sind nicht in Berlin…

Unterwegs in der fremden Stadt

 

Weiter geht’s! Puhh, Innenstadtverkehr, auch wenn es Samstag ist,
bin ich das so gar nicht mehr gewohnt.
Mutiere wohl langsam zum Sonntagsfahrer-Landei.
Triumph: ich habe mich anscheinend gar nicht so arg verfranst,
nur zweimal abbiegen und ich finde mein Ziel, den verabredeten Biergarten.

In dem Moment meldet sich mein Smartphone. Bei den Beiden wird es etwas später.
Also gut, dann kümmere ich mich mal um drei Plätze für uns.
Ist schon ordentlich Betrieb hier, aber wir haben Glück:
Ein kleiner Tisch im Schatten unter dem Sonnenschirm ist noch nicht reserviert und frei!
Yeah! Die erste Johann(isbeer)-Schorle bitte!

 

Intensive Gespräche  

In den nächsten dreißig Minuten treffen auch die Mädels ein. Freudige Begrüßung.
Start der in dieser Runde üblichen intensiven Unterhaltung über Heim, Beruf(ung),
Familie und Welt(sichten). Das gehört im Detail jetzt nicht hierher.
Nur so viel: es ist herrlich und auch sehr anstrengend
für meine empathische, hochsensible, introvertierte und tiefgründige Natur.

Ich weiß, dass ich danach immer einen ganzen Tag brauche,
um alles zu verarbeiten und mich zu sortieren.
Und trotzdem liebe ich das!

Peergroup

 

Übrigens haben wir uns als Peergroup während einer Coaching-Ausbildung zusammengetan
und alle drei während der letzten Jahre an und aus unserer Berufung gearbeitet,
aktuell zum Beispiel an verbesserter Sichtbarkeit. Jede nach ihrer Eigenart und ihren Möglichkeiten

 

Gegen 21 Uhr brechen wir auf.
Mir steht noch eine Stunde Fahrt zurück über die Dörfer bevor
und morgen eine besondere Veranstaltung.

Chorworkshop mit Eva-Maria Klöhr 

in Altenmünster (Stadtlauringen).
Eine besondere „Challenge“ (Aufgabe / Herausforderung) für mich.
Denn Singen-Wollen ist nicht gleich Können.

Mein Glaubenssatz, der als nächster gestürzt werden soll.

„Jede/r kann singen!“ – so überredet mich Eva-Maria Klöhr zum Experiment.
Mehr dazu vielleicht in einem extra Beitrag. Sonst wird das hier zu lang.

Volles Glück!

Der Sonntag wird unglaublich –
sonnig, gesellig, erfreulich, wunderbar, himmlisch, unvergesslich,
aber auch anstrengend!

Das merke ich jedoch erst viel später, zuhause, nachts.
Vorerst bin ich erst mal erfüllt vom Singen und Glück der Gemeinschaft,
die nach ein paar Stunden Proben ein Konzert
für etwa 50 ZuhörerInnen aufs Parkett (?) der ehemaligen Pilgerkapelle „zaubert“.

Mütterwissen

Schon als Kinder haben wir häufiger den Satz zu hören bekommen:
„Euch geht es wohl zu gut?“

Ganz unberechtigt war diese Frage nicht,
denn sie wurde immer am Kipppunkt
der Laune, der Pflegeleichtigkeit, der Bravheit gestellt.

Dann zum Beispiel, wenn wir einen interessanten Ausflug, muntere Spiele,
viele Geschenke oder dergleichen bekommen haben und dann plötzlich
vom Übermut in weniger angenehme Verhaltensweisen oder Zustände gefallen sind.

Nun ist das bestimmt nicht allein das Problem bei hochsensiblen Kindern,
da tritt es wohl nur schneller und häufiger auf.

Folgeerscheinungen

Nun ja. Die Nacht war dann nicht mehr ganz so wunderbar.
Mit Herzklopfen, Gedankenrasen, pochenden Kopfschmerzen,
Hüftgelenkschmerzen, Übelkeit und – ihr wisst schon…

Z U         V I E L !

Die nächsten zwei Tage finden praktisch ohne mich statt.
Danach komme ich ganz langsam wieder ins normale,
immer noch ein wenig reduzierte Leben zurück.

Aber wisst ihr was?

Non, je ne regrette rien !!!

(französisch, „Nein, ich bereue nichts“) 

„Ich fang’ wieder an, ich fang wieder an, ich fang wieder an zu leben!“
(Einer der Refrains, die wir eingeübt haben am Sonntag)

Alles in der Welt lässt sich ertragen, 

nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.

Johann Wolfgang von Goethe

Ehrlich, ich mag diesen Spruch nicht, habe ihn schon als Kind „doof“ gefunden.
Ist er aber nicht. Unglaublich, aber wahr: Es gibt einen wissenschaftlichen Beleg dafür.

Der Sache auf den Grund gehen

Der Grund dafür: unser Stoffwechsel, unsere Physiologie, also die innere Chemie.
Es geht gar nicht anders. 

Lange schon verschlinge ich Informationen zu unserer Gehirnfunktion
und wie unser Körper Gefühle erzeugt und wie umgekehrt diese auf den Körper wirken.
Ach, eigentlich alles, was auf uns einwirkt und was es erzeugt.

Verstanden habe ich immer nur winzige Ausschnitte. 

Was Schokolade damit zu tun hat 

Schokolade macht glücklich. Fast jede, oder? Aber warum nur?
Zum einen wäre da der Zuckergehalt, der dafür sorgt,
dass unsere Sucht danach für einen Moment gestillt wird
und wir uns leicht und stark und klar fühlen.

Gut, das kann ein Stückchen Erdbeerkuchen auch.
Oder eine Portion Gummibärchen.
Die sorgen nicht selten für den Ausgleich aufziehender sozialer Spannungen und Erschöpfung.
Und bei Überdosierung für das klebrige Hüftgold…

Doch mit der Schokolade ist es noch einmal etwas Besonderes.
Vor Jahrhunderten in ihrem Ursprungsland gehörte die Kakaobohne
und der dunkle Trank daraus zu heiligen Zeremonien,
durchaus einer „Droge“ vergleichbar, wie es in vielen (Natur-) Religionen vorkommt.
Anderswo verwendeten sie dafür Kaktuszubereitungen, Pilze und tausenderlei andere „Guttis“.

Glücksbotenstoff

Vor allem dunkle Schokolade soll nun einen bedeutsamen Anteil an Serotonin haben.
Serotonin ist einer der natürlichen Botenstoffe, die sich vor allem im Darm,
Nervensystem und Hirn herumtreiben und für unser Empfinden,
Wohlbefinden, Reaktionsvermögen, Stimmung und einiges mehr sorgen,
indem sie sich an bestimmte Stellen an den Zellmembranen setzen
und dort Wirkungen auslösen oder bremsen.

Was hat jetzt das mit meiner Woche zu tun?

Oh, eine ganze Menge! 

Der Glücksrausch, die hohe Empfindsamkeit und die Erschöpfung,
sie gehören zusammen.

Siehe auch Goethes Beobachtung! Und sogar die Muskelschmerzen am Montag!

Der Glücksbotenstoff Serotonin, in die Spalte zwischen zwei Nervenzellen geschossen
und dann über die Membran wieder aufgenommen in speziellen Taschen/Nischen,
regt die Zelle zu verschiedenen Aktionen an, setzt Energie frei,
die uns wirbeln oder tolle Eindrücke erfahren lässt.

Der Zustand ist allerdings flüchtig,
denn dieser „Reiz“ wird schnell wieder abgebaut
(insgesamt alles ziemlich kompliziert,
ich stelle das hier nicht eben wissenschaftlich dar).

Und noch erstaunlicher ist:
Zuviel Serotonin hemmt die sogenannten Motoneuronen
und erzeugt dadurch Schlappheit.

Fachmenschen mögen sich selbst durch die Kaskaden und Vernetzungen wühlen,
die in seitenlangen Abhandlungen und Doktorarbeiten versuchen,
Licht in das Geschehen um “das” Serotonin zu bringen.

Ich gebe zu, ich habe es selbst noch nicht so gut verstanden,
dass ich es im Einzelnen erklären könnte, finde es aber faszinierend:
Auch die Entwicklung von Migräne, Bauchkrämpfen, Depressionen,
sogar „Muskelkater“ und noch einiges mehr hängen damit zusammen.

Dieser Artikel aus der “Welt” verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Glück und Erschöpfung.

(Zitat aus der Welt)

” Der Neurotransmitter Serotonin macht glücklich, wenn er ausgeschüttet wird. Allerdings hemmt zu viel davon Nervenzellen, die für die Steuerung der Muskulatur zuständig sind – und man wird müde.

Sport ist anstrengend. Anschließend fällt es schwer, die Muskeln anzuspannen. Zum einen fehlt es den Muskeln an Glykogen, einem Zucker, der eine wichtige Energieressource des Körpers ist. Zum anderen verlieren die Nervenverbindungen mit den Muskeln an Effizienz.

Verantwortlich dafür ist die „central fatigue“, eine nachlassende Steuerung durch die sogenannten Motoneuronen – das sind Nervenzellen, die unsere Muskeln kontrollieren. Das ist zwar seit 80 Jahren bekannt, doch der molekulare Mechanismus war bislang unklar.

Nun haben Forscher entdeckt, dass die Müdigkeit aus einem überschießenden Glückshormon erwächst. Bisher hatte man vermutet, dass die Erschöpfung mit der Freisetzung von chemischen Botenstoffen wie Zytokin zusammenhängt – Eiweiße, die die Immunabwehr steuern.

Die Motoneuronen sind der Schlüssel zum Verständnis, wie eine neue Studie zeigt. Ihre Zellkörper befinden sich im Hirnstamm und im Vorderhorn, der grauen Substanz des Rückenmarks.

Sport macht glücklich

„Sie stellen die Verbindung zwischen zentralem Nervensystem und Muskeln dar“, erklärt Professor Jean-François Perrier, Neurowissenschaftler an der Universität Kopenhagen und Leiter der Studie, die jetzt im Journal „PNAS“ erschien.

„Wenn man seinen Körper in Bewegung setzt, aktiviert das Gehirn die Motoneuronen, die dann die Muskeln kontrahieren.“ Dabei wird der Neurotransmitter Serotonin in den Synapsen, also der Kontaktstelle zwischen Nervenzelle und Muskelzelle, ausgeschüttet – das wirkt stimmungsaufhellend.

Deshalb fühlen wir uns nach sportlicher Aktivität oft glücklich. Je mehr sportliche Leistung man bringt, desto mehr Glückshormone werden ausgeschüttet – bis es zu einem „Serotonin Spillover“ kommt, wie die Forscher sagen.

„Der Neurotransmitter diffundiert außerhalb der Synapsen und erreicht eine bestimmte Region der Motoneuronen, das Anfangssegment des Axons“. Axone sind die röhrenförmigen, faserigen Nervenzellfortsätze, die für die Weiterleitung elektrischer Signale zuständig sind.”

  • Ulrike Mätzschker

    Ein faszinierendes Thema Glück und Müdigkeit mit der Chemie des Lebens zu definieren. Aber ich denke mir mal, dass es niemanden gibt, der dies in seiner Komplexität wirklich verstehen kann und wird. Also mach dir einfach keine Kopf, wenn du es nicht 100%ig erklären kannst. Zumindest kommt es doch ziemlich verständlich rüber. Die “Natur des Lebens” ist einfach nur gewaltig. In jungen Jahren scheint uns die Chemie nicht ganz so schnell aus der Bahn zu werfen. Je älter wir werden, um so heftiger werden die Reaktionen. Vielleicht nehmen wir in älteren Jahren Dinge aber auch viel bewusster und intensiver auf?!

    Beispiele: in jungen Jahren zogen wir von Kneipe zu Kneipe…immer auf der Suche nach dem Kick….einfach nur schnell weiter. Heute gehen wir in eine Kneipe, hocken uns hin mit einem Bier und beobachten Leute, machen uns Gedanken über ihr Verhalten, ihr Aussehen….das wäre uns früher nicht passiert.
    Oder früher gingen wir essen. OK, schmeckt oder schmeckt nicht. Heute überlegen wir, welche Gewürze und Kräuter diesen oder jenen Geschmack verursachen. Wir wägen viel mehr ab. Und bei bestimmten Aktivitäten oder Aromen verbinden wir es mit vergangenen Ereignissen. Das Gehirn hat wohl viel mehr Verbindungen und damit auch viel mehr abzurufen und zu tun.
    Oder…in jungen Jahren hättest du bestimmt nicht so viel Kraft darauf verwendet herauszufinden, warum es so ist wie es ist und wie die Chemie funktioniert. Alleine dies ist doch schon ein Kraftakt 😀

    Aber trotz der “schlechteren Tage” danach sollten wir nicht aufhören uns positiven Ereignissen auszusetzen. Pfeif auf die Chemie, lebe einfach. Ein Tag ist besser, der andere schlechter. Ich werde weiterhin ins Bierzelt gehen, wenn mein Sohn in der Nähe mit seiner Band spielt. Aber ich bleibe nicht die ganze Zeit. Die Stunde Stolz über die Entwicklung des Kindes tut so gut, dass man gerne am nächsten Tag ein wenig Kopfweh in kauf nimmt.

    Es gibt Menschen, da meint man immer, sie sollten endlich mal ihr Gehirn einschalten und das Denken anfangen.
    Wir aber sollten ab und an einfach mal unser Gehirn ausschalten, damit wir nicht ständig im “overload” herumirren.
    Zurück zum Ursprung: hören, riechen, schmecken….und nicht darüber nachdenken warum Zucker süß schmeckt oder Salz salzig….:)

    • MoniSophie

      Hallo, liebe Ulli!
      Über deine Gedanken zu dem Beitrag freue ich mich ganz dolle!

      Oh, wie gerne würde ich einfach mein Gehirn wenigstens ein paar Stunden pro Tag „auf Urlaub“ oder einfach nur auf „Standby“ schicken!
      Und ich kriege es nicht hin…
      Was ich nicht schon alles probiert habe, einschließlich Meditationen, Qi Gong, Tai-Chi, Autogenes Training, Yoga, Progressive Muskelrelaxation,
      Spaziergänge, Klassik-, Rock oder Säuselmusik und Neobeats. Es lässt sich nicht ruhigstellen. Jedenfalls nicht länger als einige Minuten.
      Ablenken, das geht schon eher, zum Beispiel in intensiven Gesprächen. Aber wie berichtet, ist das jetzt nicht gerade energiesparend.

      Und natürlich, natürlich merken wir mit zunehmenden Jahren, dass wir an unsere Grenzen kommen, immer deutlicher.
      Und da ist das Leben ziemlich gerecht, das geht uns allen so. Leben ist, wenn man’s trotzdem macht!

      Bis es einen erneut umhaut. Aufstehen, Krönchen richten, Mundwinkel hoch, Anlauf nehmen und weitermachen.
      Wieder und wieder, was sonst?

      Deshalb auch „Danke“ für deine Beispiele „aus jungen Jahren“. Das trifft wohl so „normalerweise“ zu.

      Da sind wir bei dem Haken, dem Grund, warum ich die Chemie erforsche:
      Ich will rauskriegen, was bei mir anders läuft und zwar nicht erst seit ein paar Jahren.

      Ich wäre so gerne dabei (gewesen)!
      Die Jagd nach dem Kick? Vollkommen überflüssig! Es gab schon so genug Stress.
      Der Pegel hat mir schon als junge Studentin wenig erfreuliche Extrasystolen beschert, nicht eben lustig, dieses Herzjagen.
      Und ich brauchte echt nicht viel dafür.

      Also schon wieder die innere Chemie, noch bevor ich überhaupt die ersten Semester abgeschlossen hatte.
      Was geht da ab und vor allem: wie kann ich das verhindern?
      „Stell dich nicht so an!“ –
      „Du musst mehr raus“ –
      „Spassbremse“ –
      „Wandelndes Röhrchen Schlaftabletten“ –
      Das war der Eindruck nach außen, den ich ziemlich häufig dazu noch „verdauen“ durfte.

      Wie oft bin ich losgezogen und habe mitgemacht, obwohl ich danach immer wieder „Not-Aus“ hatte.
      Konnte ja nicht sein, ich war doch jung und wollte nicht auffallen, einfach dabei sein.
      Ein Satz mit „X“…
      Immer Vollgas, obwohl es wie Bummelzug wirkte. Aufgeben? Nein danke!
      Gleichzeitig habe ich sehr wohl häufig meine Ruhe gesucht, auf dem „Beobachtungsposten“,
      mich mit den Umwelt- und Sinneseindrücken beschäftigt und mich daran so gefreut,
      wie es viele erst in viel reiferen Jahren können.
      War mir zwangsweise „selbst genug“ oder habe mich in die Welt der Bücher und Handarbeiten verzogen.
      Da hatte ich jedenfalls die Kontrolle über die Dosis.

      Und genau das ist der Punkt, der Einblick, den ich euch vermitteln will:
      es erleben nicht alle gleich. Obwohl sie es vielleicht gerne möchten.
      Es ist weder ein Vorteil noch eine Behinderung,
      nur eine andere Art der Wahrnehmung, der Verarbeitung und der Ausdrucksfähigkeit.

      Und auch das Erklären-müssen oder Erklären-wollen ist
      neben dem Nachdenken über das Wie und Warum ein Energiefresser.
      Und zack, bin ich wieder mal draußen…oder unverständlich vorsichtig!

      Dabei bin ich so neugierig und möchte alles erleben, was es da draußen so gibt!

      Ja: Pfeif drauf, bis ich auf wiederum auf dem letzten Loch pfeife!

      Und dann alles von vorne: siehe oben.

      Übrigens, ich freue mich so sehr auf ein Treffen (sobald sich der Sommer etwas abkühlt),
      mit ganz viel Palaver, einem leckeren Cappuccino und ein Genießer-Essen –
      bei Dir, bei mir oder sogar in der „Schlemmerei“?

  • Ulrike Mätzschker

    Hallo Moni, nicht, dass ich die besonders große Kneipengängerin gewesen wäre oder diejenige, die immer Action braucht. Eigentlich im Gegenteil.
    Als Kind habe ich mich oft sogar von meiner Familie zurückgezogen…sticken, stricken oder besonders gerne daheim bei geöffnetem Fenster Musik gehört und die Welt aus dem sicheren Zuhause beobachtet.
    In meiner Jugend wurde ich eben von diesen “Beispielen” durch die Kneipen gezogen. Ich habe es gehasst. Wie du schon sagst, jeder ist anders.
    Dann kam sogar eine Zeit, in der ich total zurückgezogen war. Ich bekam Panikattacken, wenn ich in eine Klamottengeschäft gehen sollte….viele Leute, eng und laut….schrecklich. Ich bekam auch die Ansage: Stell dich nicht so an, da ist doch nix bei!

    Wir sind wie wir sind und was unser Leben aus uns noch zusätzlich gemacht hat. Die guten und schlechten Erfahrungen tragen einen riesigen Teil zu unserer Entwicklung bei.

    Manche Menschen sind einfach kopflastig. Sie haben 1001 Idee, sind interessiert, wollen alles wissen und verstehen. Ist das ein Nachteil. Eigentlich doch nicht. Ich bin auch sehr oft kopflastig. Die vielen schlaflosen Nächte und Migräneanfälle meines Lebens sind Zeuge dafür. Wir wissen da beide, von was wir sprechen. Und lasse ich das grübeln und nachdenken….es geht nicht. Es ist einfach in uns drinnen. Es ist ein Teil von uns. Es macht uns einfach aus.

    Auch ich freue mich wieder auf ein baldiges Treffen. Es sind immer herrliche Treffen, inspirierend mit viel Lachen, Spaziergängen und 1001 Plänen für unsere Zukunft und…..zu 99% ein kulinarischer Genuss….alles passt zusammen. <3

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