Sinn und Sinne

Glitzer – Kräfte

Meine Welt wäre bunt und leicht

In diesen dunklen Farben möchte ich meine Welt nicht sehen. Ich will sie vielfältig, bunt und ausgewogen.
Ich brauche auch nicht von allem immer mehr.
Kann ich leicht sagen, denn es geht mir gut.
Viele, die noch mehr haben, sehen nur, dass es noch mehr sein könnte.

Was kann ich also tun?

Kann ich diese Menschen mit meinen Mini-Mitteln erreichen?

„Eigentlich“ wäre das alles ganz einfach. Stehenbleiben. Umdrehen (am besten ganz langsam rundum) und anschauen, was ist.
Wem kann ich etwas geben, von dem, was ich leicht hergeben kann. Sehen, dass ich nicht allein voran stürmen muss und noch nicht einmal merke, wo das hinführt. Beobachten. Sich austauschen.

Fünfmal „warum?“

Sich mal Fragen über sich selbst stellen. Hier bringe ich wieder die berühmte “Fünf-Mal-Warum”-Frage ins Spiel. In aller Ruhe und ehrlich. Wir haben nichts zu verlieren, außer wir rennen genau so weiter.

Wie ändern?

Mir ist wohl bewusst, dass ich die „mir fremde“ Gruppe nicht so leicht „bekehren“ kann. Das ist nahe an „unmöglich“.
Aber – und jetzt kommt der große Haken! – diese „mir fremden“ Gruppen sind sehr klein im Verhältnis zur jeweiligen „Restgruppe“. Die, die mir nicht so fremd ist.

Warum funktioniert es trotzdem nicht, mit Vernunft, Einfühlung und Voraussicht aus unseren Ressourcen eine lebenswerte Umgebung für alle zu schaffen? Wieder einmal: Ich weiß es nicht.

Menschlich?

Kann sein, dass der Mensch eben ein ziemlich grausames Raubtier ist.
Und ich zu den nicht so starken Exemplaren gehöre, die sich halt unterzuordnen haben, wenn sie ihr kleines Glück leben wollen. 

Andererseits ist die Gruppe „Mensch“ nun mal nicht nur mit Muskelkraft und Jagdinstinkt ausgestattet.
Sie rühmt sich ja vor allem ihrer angeblich einzigartigen Intelligenz, Hirnleistung, Gefühlsbegabung und Gestaltungskraft.
Ob sie wirklich so einzigartig ist oder nur überheblich, lasse ich mal dahingestellt.
Mich beschäftigt eher: warum nutzen wir diese Begabungen nicht?

Normal?

Nächster Punkt: An die eigene Nase fassen. Jawoll. Stimmt.

Auch mein Heiligenschein klemmt gewaltig.
Konfliktscheu und bequem wie ich bin, halte ich mich lieber aus allem raus, was mir eine blutige Nase einbringen könnte.
Das ist wohl auch ganz verständlich. Normal.
Hilft aber nix, wenn mir eine andere Gruppe meinen Raum besetzt und mir meine Rechte nimmt. Auf Frieden, zum Beispiel.
Oder auf eine Umwelt, in der ich noch leben kann und mag. Das Recht auf Würde. Das sagt doch schon fast alles.

Schwache Kräfte

Meine Stimme ist zwar leise. Weil ich zu der leisen Gruppe gehöre.
Ich bin zwar langsam, weil ich zu der Gruppe gehöre, die auch über Konsequenzen nachdenkt.
Ich bin zwar zerbrechlich, weil ich zu der Gruppe mit den empfindlichsten Sinnen und „Antennen“ gehöre.
Ich bin zwar eine Frau, eine nicht allzu kräftige dazu, und gehöre dazu zu der Gruppe, die aggressiven Menschen besser aus dem Weg geht.

Das könnten wir jetzt noch mit ein paar Beispielen weiterspinnen. Hilft aber nicht besser.

Bewusst werden

Mein erster klitzekleiner Schritt und gleichzeitig eine „gewaltige“ Änderung ist der Gedanke:

Diese Gruppen, zu denen ich gehöre, sind zusammen eine stille Mehrheit.

Sie könnten eine Supermacht sein, wenn sie sich gemeinsam zeigen.
Wenn sie nicht mehr übersehen, überhört, übergangen werden.
Wenn sie stattdessen „mitspielen“ und ihren Platz einnehmen.

Im allerbesten Fall wirken dann auch nicht nur Kräftegleichgewichte.
Sondern es kämen die ausgleichenden Kräfte zum Tragen,
die die Gräben nach und nach zuschütten und den Boden ausgleichen.

Träume

Ja. Ich träume. Ich erfinde Systeme.
Diese sollen mir helfen, die vielen, vielen Fragezeichen in meinem verwirrten Schädel aufzulösen.
Sie sollen Hoffnung auf Ausgleich und Sinn wecken und erhalten.
Das ist das Einzige, was ich dem Unsinn entgegensetzen kann.

Mein Einsatz in diesem Spiel

Mit langem Anlauf habe ich angefangen.
Mir einen Ruck gegeben.
Meine Gedanken in Texten veröffentlichen.
Habe mich Hasenfuß noch verletzlicher gemacht, um an all die anderen Kräfte anzudocken.

Wie schon viele. Damit es mehr werden. Mut mobilisieren.

Auch die schwächste Person kann ein klitzekleines bisschen Verantwortung übernehmen, in ganz winzigen Schritten.
Zusammen in diese Richtung, für diesen Traum.
Und immer mehr Menschen anstecken, sich auszurichten. 

Das wäre ja schließlich nicht verrückter, als die Idee damals, zum Mond zu fliegen oder noch weiter.

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